Planung einer Unterrichtsstunde

Im Rahmen unseres Seminarkurses halten wir bald in einer anderen Klasse eine Unterrichtsstunde. Um uns auf diese Stunde vorzubereiten, haben wir uns zu Beginn der letzten Unterrichtsstunde den Aufbau und Ablauf einer Unterrichtsstunde einmal näher angeschaut. Unsere Gedanken haben wir zunächst in einer Mindmap gesammelt.

img_0338
Mindmap mit unseren Gedanken über den „Aufbau einer Unterrichtsstunde“

Nachdem wir unsere Gedanken verglichen und besprochen haben, haben wir uns mit den drei Unterrichtsphasen beschäftigt: Einstieg, Erarbeitung  und Sicherung.

Die Einstiegsphase dient der Motivation und Hinführung zum Thema einer Unterrichtsstunde. Dabei bietet sich alternativ ein offener oder ein angeleiteter Einstieg an, der erste Impulse für die Klasse bietet und daraufhin unmittelbar zum Kern der Stunde hinführt. Damit der Einstieg in eine Unterrichtsstunde gelingt, sind folgende 5 Kriterien zu beachten:

  1. Der Einstieg soll Schülern einen Orientierungsrahmen bieten,
  2. in die zentralen Aspekte des Themas einführen,
  3. an das Vorverständnis der Schüler anknüpfen,
  4. zu Disziplinierung führen
  5. und einen handelnden Umgang, d.h. eine aktive Beteiligung der Schüler, ermöglichen.

Die Erarbeitungsphase steht für die Einarbeitung der Schüler in die gestellte Lernaufgabe. Dadurch sollen

  1. Sach-, bzw. Fachkompetenzen aufgebaut,
  2. die Methodenkompetenz entfaltet,
  3. und die soziale und kommunikative Kompetenz gefördert werden.

Die Sicherungsphase beinhaltet die Thematisierung und Zusammenfassung der Kernpunkte des Erlernten gemeinsam mit allen Schülern. Dies dient der:

  1. Dokumentation
  2. Ergänzung und Vervollständigung
  3. Korrektur
  4. Auswertung und Kritik/Auseinandersetzung/Bewertung
  5. Übung

Für jede dieser Phasen und möglichen Überleitungen gibt es Anregungen für Lehrer, die in dem „Phasenmodell einer Unterrichtsstunde“ von Bovet aus dem Jahre 1994 dargestellt werden.

phasenmodell_unterricht_nach_bovet

QUELLE


Anschließend haben wir über die verschiedenen Sozialformen von Unterricht gesprochen. Darunter versteht man die unterschiedlichen Arten, wie in der Erarbeitungsphasen gearbeitet werden kann. Diese Arbeitsformen werden in drei Kategorien unterteilt: Frontalunterricht, Gruppen- bzw. Partnerarbeit und Einzelarbeit.

  • Der Frontalunterricht besteht entweder aus einem Lehrervortrag oder einem Lehrer-Schüler-Gespräch.
    • Der Lehrervortrag wird gerne verwendet, wenn ein neuer komplizierterer Sachverhalt erklärt wird. Die Schüler hören zunächst zu, machen sich Notizen und versuchen, den Sachverhalt zu verstehen.
    • Das Lehrer-Schüler-Gespräch dient dem gemeinsamen Erarbeiten eines Themas und ermöglicht es dem Lehrer festzustellen, wie gut die Schüler über ein Thema bereits Bescheid wissen.
  • Die Gruppen- bzw. Partnertarbeit ist eine gängige Unterrichtsform für die Erarbeitungsphase. Diese kann entweder arbeitsgleich oder arbeitsteilig ablaufen.
    • Die arbeitsgleiche Erarbeitung lässt alle Schüler dieselben Aufgaben bearbeiten. Dadurch lernen alle Schüler dasselbe und sind gleich gut informiert.
    • Die arbeitsteilige Erarbeitung teilt jeder Gruppe ein eigenes Thema zu, wodurch am Ende sogenannte „Expertengruppen“ für die jeweiligen Themen entstehen. Diese müssen ihr erarbeitetes Wissen mithilfe einer kurzen Präsentation oder Zusammenfassung mit den Mitschülern aus den anderen Gruppen teilen, sodass am Ende der Stunde alle Gruppen nach Möglichkeit auf dem gleichen Kenntnisstand sind.
  • Die Einzelarbeit kann ähnlich wie die Gruppen- bzw. Partnerarbeit entweder aufgabengleich oder differenziert ablaufen.
    • Die aufgabengleiche Erarbeitung ermöglicht dem Lehrer den individuellen Kenntnisstand der Schüler herauszufinden.
    • Die differenzierte Erarbeitung kann vom Lehrer eingesetzt werden, um Schülern individuelle Aufgaben in Abhängigkeit ihres jeweiligen Kenntnisstandes aufzugeben.

Plant man eine Unterrichtsstunde, so ist die zeitliche Einteilung der Stunde in Einstiegs-, Erarbeitungs- und Sicherungsphase, sowie eine geeignete Verwendung der Sozialformen im Unterricht sehr wichtig, um den Schülern effektives Lernen zu ermöglichen. Dies kann für Lehrer eine Herausforderung darstellen, da nicht jede Methode für jeden Schüler gleich gut geeignet ist.

Ich persönlich bevorzuge die stille Einzelarbeit, weil ich festgestellt habe, dass ich Inhalte und Zusammenhänge dadurch am besten erarbeiten kann. Wie sieht das bei dir aus? Ich freue mich über deine Meinung in den Kommentaren.

Bis bald
Deine Bananenkanone 🙂

3 Kommentare

  1. Hallo!
    Mir gfällt dein Beitrag sehr gut. Dein Mindmap zur Visualisierung zeigt übersichtlich um was es geht. Nun aber zu der Frage welche Arbeitsphase mir am besten gefällt. Zum Erarbeiten eines neuen Themas bevorzuge ich Einzelarbeit, um grundlegende Inhalte zu verstehen. Vertieft man das Thema, macht es mir Spaß mit einem Partner darüber zu reden und den bisher gelernten Inhalt zu erweitern. Außerdem kann ein Partner auch helfen, wenn man selbst Fragen hat.
    Arbeitsteilige Gruppenarbeit gefällt mir nicht so gut, weil es in den Gruppen dazu führen kann, dass es laut wird und die Aufgaben nicht richtig gelöst werden. Die Zeit ist dafür zu schade, denn der Lehrer muss dann alles nochmal besprechen.
    Liebe Grüße,
    bluemsmonkey

    Gefällt 1 Person

    • Danke für deinen Kommentar 🙂
      Das kann ich komplett nachvollziehen und finde Gruppenarbeit diesbezüglich auch eher nicht so gut. Allerdings eignet sich diese oftmals gut für das Erstellen von Standbildern oder kurzen Inszenierungen.

      Liebe Grüße
      Bananenkanone 🙂

      Gefällt mir

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