Definition: „GUTER“ Unterricht

In der letzten Unterrichtsstunde haben wir uns mit der Frage nach der Definition von „gutem Unterricht“ beschäftigt. Um dieser Definition näher zu kommen, haben wir zu Beginn unsere Gedanken zu „gutem Unterricht“ in einer Mindmap gesammelt.

Mindmap_guter Unterricht.PNG
Unsere Mindmap zum Thema „guter Unterricht“

Anschließend haben wir unser Ergebnis mit den Definitionen von zwei Experten verglichen. Im folgenden stelle ich die beiden Wissenschaftler und ihre Gedanken über einen „guten Unterricht“ vor.


Der erste Experte, dessen Meinung zu diesem Thema wir uns einmal genauer angeschaut haben, ist der deutsche Pädagoge Hilbert Meyer. Von 1975 bis 2009 war Meyer Professor für Schulpädagogik an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg. Im Jahre 2004 veröffentlichte er sein Buch „Was ist guter Unterricht?“ im Cornelsen Verlag. Aus diesem Buch wurden uns seine 10 Merkmale von gutem Unterricht vorgestellt:

  1. klare Struktur des Unterrichts (Zielorientierung, Planung)
  2. hoher Anteil echter Lernzeit
  3. lernförderliches Unterrichtsklima
  4. inhaltliche Klarheit
  5. sinnstiftendes Kommunizieren (= Bedeutsamkeit der Lerninhalte/-prozesse für SuS)
  6. Methodenvielfalt
  7. individuelles Fördern
  8. intelligentes Üben
  9. transparente Leistungserwartungen
  10. vorbereitete Lernumgebung

Hilbert Meyer setzt die Schwerpunkte im wesentlichen auf die Arbeitsphasen und die Arbeitsatmosphäre während der Unterrichtsstunde. Die hervorgehobenen Wörter zeigen, dass nach Meyers Auffassung ein „guter Unterricht“ effizientes Lernen für Schüler bieten muss.


Der zweite Experte ist John Hattie, ein berühmter neuseeländischer Pädagoge. Seit 2011 arbeitet er an der University of Melbourne als Professor für Erziehungswissenschaften und Direktor des Melbourne Education Research Institute. In seinem Buch „Lernen sichtbar machen“ aus dem Jahre 2008 haben wir folgendes Zitat über „guten Unterricht“ gelesen:

„Lehrerzentrierter, aber schülerorientierter und schüleraktivierender Unterricht“

Hatties Definition von gutem Unterricht hat er in folgende fünf wesentliche Punkte aufgeteilt:

„Gut im Sinne von Hattie, also lernwirksam, ist ein Unterricht,

  1. in dem Schülern viel zugetraut, aber auch zugemutet wird,
  2. in dem jeder einzelne Schüler an die Grenzen seines Potenzials geführt wird,
  3. der alle Möglichkeiten nutzt, sich im Austausch mit Kollegen kontinuierlich ein Bild der Lernprozesse der Schüler, sowie des eigenen Lernens zu machen,
  4. der durch strukturierte, effiziente, störungspräventive Klassenführung geeignete Rahmenbedingungen für das Lernen schafft und
  5. der in einem Klima stattfindet, das durch Fürsorge, Respekt, Wertschätzung und Freundlichkeit gekennzeichnet ist.“

John Hattie setzt in seinen fünf Punkten, die einen „guten Unterricht ausmachen“ , hauptsächlich auf eine organisierte und strukturierte Unterrichtsführung und einen respektvollen Umgang miteinander.


Im Vergleich zu Meyer setzt Hattie nicht so sehr auf die Lerneffizienz im Unterricht, sondern eher auf einen sozialen Lernalltag. In dem Punkt des strukturierten Unterrichts sind sich die beiden Wissenschaftler einig.

Für mich setzt sich ein „guter Unterricht“ aus Elementen der beiden Definitionen von Meyer und Hattie zusammen. Ein „must-have“ eines guten Unterrichts ist meines Erachtens ein strukturierter Ablauf, der ein effizientes Lernen erlaubt. Außerdem ist für mich der wertschätzende und respektvolle Umgang im Unterricht miteinander von großer Bedeutung.

Schreib mir doch mal in die Kommentare, was du persönlich für einen „guten Unterricht“ wichtig findest und lass uns darüber diskutieren.

Bis bald
Deine Bananenkanone 🙂

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