Der neue Basiskurs Medien an unserer Schule

Jedes Bundesland in Deutschland verfügt über einen Lehrplan. Dieser gibt den Schulen aus dem jeweiligen Bundesland vor, welche Inhalte den Schülern im Unterricht vermittelt werden sollen. Damit dieser Lehrplan stets den aktuell wichtigen Themen entspricht, wird er regelmäßig überarbeitet. In 2016 wurde u.a. die Leitperspektive „Medienbildung“ in den Lehrplan aufgenommen. Was sich dahinter verbirgt und wie diese an den Schulen individuell umgesetzt wird, kläre ich in diesem Blogbeitrag.


Der Bildungsplan sieht neben den Pflichtthemen für den Unterricht auch gewisse Leitperspektiven vor. Darunter versteht man fächerübergreifende Themen, die man mit den Schülern behandeln kann. Dazu gehören zum Beispiel „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, „Verbraucherbildung“ und „berufliche Orientierung“. Diese sollen den Schülern wichtige Inhalte, wie zum Beispiel das Erledigen der Steuern oder auch die Anwendung von Normen und Werten in Entscheidungssituationen näher bringen und somit für das Leben nach der Schule vorbereiten.


Die Leitperspektive „Medienbildung“ wird durch den „Basiskurs Medienbildung“ in den Unterricht integriert. Der Grundgedanke dieses Kurses ist die Vermittlung des Verständnisses für die Digitalisierung und die Vorbereitung der Schüler auf deren weiteren Berufsweg. Das Kultusministerium Baden-Württemberg führt dazu aus, dass

„die Entwicklung unserer Gesellschaft zu einer Mediengesellschaft [die] [..] Medienbildung zu einem wichtigen Bestandteil allgemeiner Bildung [macht].“

Um die Medienbildung in den Schulalltag einzubinden, wurde der „Basiskurs Medienbildung“ an den Schulen eingeführt. Dieser Kurs ist für die fünften Klassen der Gymnasien konzipiert und soll die unterschiedlichen Vorkenntnisse der Schüler aus den verschiedenen Grundschulen zusammenführen und den Schülern verlässliche medienbildnerische Grundkenntnisse vermitteln. Dazu sagt das Kultusministerium Baden-Württemberg:

„Ziel von Medienbildung ist es, Kinder und Jugendliche so zu stärken, dass sie den neuen Anforderungen sowie den Herausforderungen dieser Mediengesellschaft selbstbewusst und mit dafür erforderlichen Fähigkeiten begegnen können.“

Um diese Bildung zu erreichen erläutert das Kultusministerium weiter:

„Die grundlegenden Felder der Medienbildung sind Information, Kommunikation, Präsentation, Produktion, Analyse, Reflexion, Mediengesellschaft, Jugendmedienschutz, Persönlichkeits‑, Urheber‑, Lizenzrecht und Datenschutz.“

Die Verankerung dieser Leitperspektive wurde durch folgende Begriffe im Bildungsplan von 2016 konkretisiert.

  1. Informationstechnische Grundlagen: Darunter versteht man den allgemeinen Umgang mit einem Computer. Hier soll den Schülern vom Anschalten des PCs über den Umgang mit dem Betriebssystem bis hin zum Verwalten von Dateien alles rund um die Bedienung des Computers erklärt werden.
  2. Information und Wissen: In dieser Einheit geht es um Recherche und gekonnte Nutzung des Internets. Das Kennenlernen der Suchmaschinen, das Erkennen von vertrauenswürdigen Quellen und das gezielte Suchen nach Informationen steht hier im Mittelpunkt.
  3. Produktion und Präsentation: Hier wird den Schülern das Erstellen von Präsentationen näher gebracht. Vom Benutzen von Präsentations-Softwares wie zum Beispiel Power Point bis hinzu zum einfachen Schneiden eines Kurzfilms lernen die Schüler verschiedene Software kennen, die es ihnen erleichtert, ein Thema anschaulich zu präsentieren.
  4. Kommunikation und Kooperation: Darunter versteht man den Umgang mit Messaging-Systemen, d.h. E-Mail, soziale Netzwerke oder Dienste wie WhatsApp oder iMessage. Die Schüler sollen dabei lernen, dass diese Systeme nicht nur für das Austauschen von Hausaufgaben nützlich sind, sondern auch für das Koordinieren und Organisieren des Schulalltags eingesetzt werden können.
  5. Mediengesellschaft: Dabei geht es um das grundsätzliche Verständnis von Digitalisierung und die Auswirkung der neuen Medien auf die Gesellschaft.
  6. Jugendmedienschutz: Bei dieser Einheit werden die Schüler über mögliche Gefahren im Netz aufgeklärt, um die Medien reflektiert benutzen zu können. Das beinhaltet das Aufklären der Schüler über gefährliche Internetseiten bis hin zum Auswählen eines sicheren Passwortes im Internet.

Für die Unterbringung dieser Themen im Stundenplan der Schüler bekommt jede Schule, die den Basiskurs Medienbildung in den neuen fünften Klassen durchführt, 35 Pool-Stunden. Diese Stunden kann jede Schule individuell über das erste Schuljahr der neuen Fünftklässler verteilen. Da die Anzahl dieser Stunden ungefähr den Schulstunden einer Woche entspricht, kann die Schule den Basiskurs Medienbildung alternativ auch als Projektwoche durchführen.

Es stellt sich die Frage, welche Verteilung der Stunden sinnvoller ist?

Ich bin der Meinung, dass die Stunden innerhalb der ersten Monate verteilt werden sollten, da die Schüler dann zwischen den einzelnen Stunden selbst zuhause Erfahrungen sammeln und bei aufkommenden Problemen den Lehrer in der nächsten Stunde um Rat fragen können. Zudem glaube ich, dass die Schüler mehr lernen, wenn sie versuchen, zwischen den Stunden das Gelernte selbst nochmal anzuwenden und ihr Wissen dadurch verinnerlichen .

Den Basiskurs Medienbildung in einer Woche am Stück zu veranstalten halte ich eher für unproduktiv. Denn wenn ein Schüler sechs Tage lang in der Schule nur am Computer sitzt, kann dies einen falschen Eindruck vom Umgang mit Medien vermitteln. Darüber hinaus kann zu viel Zeit vor dem Computer schlecht für die Entwicklung von Kindern sein.

Mich würde deine Meinung zur Aufteilung der Stunden interessieren und ich freue mich über deinen Kommentar.

Bis bald
Deine Bananenkanone 🙂


Quelle: Kultusministerium BW

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