Unser Interview mit dem Cornelsen Verlag

Wie ich dir schon in meinem Blog über unseren Besuch der Frankfurter Buchmesse berichtet habe, haben wir ein Interview mit einem Pressesprecher des Cornelsen Verlags geführt. Wir wollten wissen, wie die Schulbuchverlage die Zukunft der Medien im Unterricht einschätzen.


Wird es in 10 Jahren noch Schulbücher geben?

Es ist offensichtlich, dass sich die Lebenswelt der Schüler und Lehrer verändert hat. Den meisten Schülern steht heutzutage mindestens ein technisches Gerät zur Verfügung und die Lehrer bereiten ihren Unterricht bereits größtenteils digital vor. Viele Lehrer sind fit darin, digitale Medien im Unterricht einzusetzen. Allerdings werden sie bei der Umsetzung der neuen Lehrmethoden, wie zum Beispiel ein Video in der Klasse abzuspielen, von den Schulen eingeschränkt, weil die technischen Voraussetzungen dort oft noch nicht vorhanden sind.

„Die Rahmenbedingungen sind an den Schulen noch nicht so, dass ihr kollaborativ arbeiten könntet, oder dass die Lehrer digitale Medien einsetzen können.“


Wie werden sich die Kosten für die Anschaffung der Medien in der Zukunft verändern?

Im Hinblick auf die Finanzierung von Schulbüchern gibt es in Deutschland momentan noch sehr unterschiedliche Standards. In den meisten Bundesländern muss man die Schulbücher entweder selbst kaufen oder sich mit einem Materialgeld an der Beschaffung beteiligen. Das wird auch in Zukunft mit dem e-learning ähnlich bleiben, denn:

„Auch digitale Medien werden ihren Preis haben.“


Wie fortgeschritten ist Deutschland mit der Digitalisierung der Schulen im Vergleich zu anderen Ländern?

„Deutschland liegt im Sinne der Schuldigitalisierung noch ein bisschen zurück.“

Momentan erleben die zwölf Millionen Schüler in Deutschland einen Mangel an verfügbaren digitalen Medien an den Schulen. Statistisch gesehen teilt sich hier ein Schüler einen Laptop mit neunzehn Anderen. Dadurch ist die Zeit, in der ein Schüler einen Laptop benutzen kann, sehr gering.

„Auf 20 Schüler kommt ein Laptop.“

Lehrer müssen zudem noch Konzepte erstellen, wie sie die Schüler mit Apps arbeiten oder auch Lernvideos füreinander erstellen lassen können.


Wieso ist die Digitalisierung an den Schulen Ihrer Meinung nach so wichtig? Was sind die Vorteile davon?

„Wenn der Lehrer in der Lage ist, 30 Schüler unterschiedlich zu fördern, kommt ihr alle mit viel schnelleren und besseren Lernerfolgen zum Ziel.“

Durch die individuelle Förderung können Schüler nach ihren Interessen und Neigungen besser, beziehungsweise anders lernen. Dabei ist es wichtig, dass die Schüler verschiedene Übungsformate kennenlernen, zum Beispiel gemeinsames, einzelnes, bildliches oder auch schriftliches Lernen, um das jeweils beste Format für sich zu finden.


Wen sehen Sie als größten Konkurrenten bei der Digitalisierung der Schulen?

Cornelsen wird mutig vorangehen, da ihre Konzepte schon lange bei Schülern und Lehrern bekannt sind. Auch früher hat der Verlag schon digitale Medien, wie zum Beispiel CD-ROM oder Disketten, für einen sinnvollen Einsatz im Unterricht entwickelt. Wenn Cornelsen eine gute Idee und ein gutes Konzept entwickelt, mit dem Schüler gut lernen können, dann sieht die Zukunft des Verlags sehr gut aus. Weil die Mitarbeiter von Cornelsen die pädagogische Sicht auf die Digitalisierung haben, können sie entscheiden, in wie weit der Einsatz der Medien im Unterricht sinnvoll ist oder ob manchmal ein Arbeitsheft nicht doch sinnvoller wäre.

„Schreiben muss als Kulturtechnik wahrscheinlich trotzdem jeder können.“


Befürworten Sie den Einsatz der digitalen Medien bereits in der Grundschule?

„Mit Medienkompetenz kann man nie früh genug anfangen.“

Drittklässler besitzen heutzutage schon ihre eigenen Smartphones oder dürfen das Tablet ihrer Eltern, zum Beispiel in einem Kindermodus benutzen. Medien können dann in Grundschulen eingesetzt werden, wenn es Sinn macht und sie hilfreich für die Schülerinnen und Schüler sind. Kinder lernen durch diesen Einsatz von Medien schon früh, Apps zu programmieren, die ihnen in der Zukunft das Leben erleichtern können.


Wir danken Herrn E. für seine Bereitschaft, seine interessanten Gedanken mit uns zu teilen!

Bis bald
Deine Bananenkanone 🙂

 

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