Die deutsche Bildungsgeschichte

Das Bildungssystem ist noch nicht immer so gewesen, wie wir es heutzutage kennen. Wie es dazu kam, dass wir alle in die Schule gehen müssen, seit wann auch Frauen studieren dürfen oder auch seit wann die Schulpolitik wieder auf Landesebene und nicht mehr auf der Bundesebene stattfindet möchte ich dir in diesem Beitrag näherbringen.


Die Geschichte der Entwicklung unseres Bildungssystems reicht bis in das 18. Jahrhundert zurück. Bereits 1763 wurde in Preußen die Schulpflicht für alle Kinder ab dem 5. bis zum 13. bzw. auch 14. Lebensjahr eingeführt. Dadurch sollte jedes Kind das Lesen und Schreiben erlernen. Nach der Schule ging es dann für manche Schüler weiter in die Universität. Ab dem Jahre 1772 wurde das Abitur für einen Zugang zu den meisten Universitäten vorausgesetzt. Dadurch wurde der Zugang den guten Schülern vorbehalten. Die anfangs noch auf Beamten- und Pfarrerausbildung ausgerichteten Universitäten wurden in 1810 zu modernen Universitäten weiterentwickelt. Diese modernen Universitäten waren gekennzeichnet durch die Verlagerung des Schwerpunktes auf die fachdisziplinäre Forschungs- und Lehrtätigkeit der Professoren. Ab 1834 war das Ablegen eines Abiturs nur noch nach dem Besuch eines Gymnasiums möglich und Vorraussetzung für das Einschreiben an jeglichen Universitäten. Allerdings war dieses Privileg zunächst noch den jungen Männern vorbehalten. Erst ab 1908 wurde das Immatrikulationsrecht an Frauen verliehen und ermöglichte somit auch diesen den Besuch einer Universität. Mit der Verfassung der Weimarer Republik wurde im Jahre 1918 die Schulpflicht bis zum 18. Lebensjahre ausgedehnt. Für Jugendliche, die keine weiterführende Schule besuchten sodern eine Lehre begannen bedeutete dies dementsprechend eine Berufsschulpflicht. 1949 wurde der Bildungsföderalismus im Grundgesetz verankert, wodurch die Zuständigkeit der Bundesländer für die Bereiche der Bildungs- und Kulturpolitik festgeschrieben wurde. Allerdings zentralisierten die Bundesländer bereits 1964 mit dem Hamburger Abkommen das Bildungswesen wieder auf Bundesebene. Dadurch gab es bundesweit eine identische Anzahl an Klassenstufen sowie auch einheitliche Regelungen bezüglich der Ferientage. 1972 wurde dann auf Bundesebene die gymnasiale Oberstufe neu geordnet, wodurch das individuell gestaltbare Kurssystem mit Pflicht- und Wahlfächern entstanden ist. Diese Veränderung führte auch dazu, dass es keine Klassenverbände mehr in der 12. und 13. Klasse gab. Im Jahr 2006 hat der Bund seine Mitwirkungsmöglichkeit in der Schulpolitik aufgrund der Föderalismusreform allerdings wieder verloren. Danach waren die einzelnen Bundesländer wieder für ihre eigene Bildungspolitik verantwortlich. Seither konnten verschiedenste Veränderungen in den einzelnen Bundesländern beobachtet werden. Ein Beispiel hierfür ist die landesweite Einführung des achtjährigen Gymnasiums (G8) in Baden-Württemberg im Jahre 2004. Dadurch beginnt die Kursstufe bereits in der 11. Klasse und das Abitur wird auf die 12. Klasse vorverlegt, was dazu führt, dass Schüler teilweise vor ihrem 18. Geburtstag ihre Hochschulreife erlangen. Ein weiteres und noch aktuelleres Beispiel ist die Einführung der Vorbereitungsklassen für zugewanderte Kinder ohne Deutschkenntnisse. Diese auch sogenannten „Wilkommensklassen“ wurden 2015 aufgrund der massiv steigenden Flüchtlingszahlen in mehreren Bundesländern eingeführt.


All diese Daten habe ich die hier auch nochmal in einem Zeitstrahl dargestellt:

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Ich hoffe du konntest dir eine grobe Übersicht über die Bildungsgeschichte Deutschlands verschaffen und weißt das aktuelle Bildungssystem vielleicht sogar ein bisschen mehr zu schätzen, wie zuvor. Wir können alle sehr froh sein darüber, wie gut wir bildungstechnisch in Deutschland versorgt sind. In vielen Ländern ist es Kindern nicht einmal möglich zur Schule zu gehen, da die Schulwege zu lang oder die Kosten für die Schule zu hoch sind.

Bis bald
Deine Bananenkanone 🙂

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