Argumentation: Sinnvolles Alter für den Einstieg in die Medien-Nutzung

Statistik_Smartphonebesitz_DE
Bereits mehr als 50% der 10- bis 11-jährigen besitzen in diesem jungen Alter ein Smartphone (Quelle: Statista 2017)

Oftmals ist der Aspekt der Sicherheit der Grund, weshalb Eltern ihren Kindern ein Smartphone anschaffen. Denn per Telefon sind sie immer zu erreichen, ob auf dem Schulweg, auf Schulausflügen, in der Stadt oder bei Freunden. Zudem lassen sich über die GPS-Funktionen der Smartphones diese gegenseitig orten. Mit gewissen Apps, wie zum Beispiel „Find my iPhone“ oder „Freunde“ auf einem iPhone oder „Family Tracker“ auf einem Android Phone ist der Standpunkt des Kindes zu jeder Zeit abrufbar und für die Eltern nachvollziehbar.

Ein weiterer Vorteil der digitalen Medien ist der kostengünstige Kontakt mit Familie und Freunden. Die Kommunikation per Mail oder Textnachrichten ist deutlich günstiger als das Schreiben von Briefen oder das Telefonieren. Dies kommt vor allem bei der Kommunikation ins Ausland dem Portemonnaie zu Gute. Zudem ist die Zustellung digitaler Nachrichten innerhalb von Sekunden erledigt und hat im Vergleich zu Briefen ein geringeres Risiko, auf dem Weg verloren zu gehen.

Heutzutage werden Kinder, die kein Smartphone besitzen und somit nicht in den aktuellen WhatsApp-Gruppen mitreden können, oftmals ausgegrenzt. Dies kann im schlimmsten Fall sogar bis zu Mobbing führen. Da die Eltern in aller Regel nur das beste für Ihr Kinder wollen, lassen sie sich daher oftmals zum Kauf eines Smartphones überreden.

Ein Vorteil digitaler Medien sind die Vielzahl von Apps, mit denen Kinder ihre Vokabeln lernen oder das Schreiben von Texten üben können. Durch visuelle Rückmeldungen über den Lernstatus oder Mitteilungen, die zum Lernen auffordern, können die Apps Kinder kontinuierlich zum Lernen motivieren. Die Apps können zu einem effektiveren Lernen führen und dadurch auch zu besseren Schulnoten.

Ein früher Einsatz von digitalen Medien bringt außerdem eine allgemeine Medienbildung mit sich, die in der Zeit der Digitalisierung durchaus als wichtig angesehen werden kann. Die Kommunikation via digitalen Medien, wie zum Beispiel das Schreiben von Mails, ist oftmals eine wichtige Voraussetzung in der heutigen Arbeitswelt.


All diese Argumente lassen die Anschaffung eines Smartphones im frühen Alter als eine sinnvolle Maßnahme zu Förderung der Kinder erscheinen. Demgegenüber gibt es eine Reihe von negativen Aspekten, die man nicht außer Acht lassen sollte.


Zu aller erst muss man sich über die Gefahren des Internets bewusst sein. Da das Internet für alle zugänglich ist, gibt es Websites und Inhalte, die aufgrund von sexuellen oder gewalttätigen Inhalten nicht für Kinder geeignet sind. Deshalb sollten Eltern ihre Kinder vor solchen Webseiten schützen, indem sie Jugendschutzfilter einrichten und nur den Zugriff auf kinderfreundliche Webseiten gestatten.

Das Argument der Anschaffung eines Smartphone als Prävention von Mobbing ist mit einem kritischen Auge zu betrachten! Denn durch den Aufenthalt in sozialen Netzwerken, zu denen z.B. WhatsApp-Gruppen zählen, können die Kinder ebenfalls Opfer von Mobbing werden. Dieses sogenannte Cyber-Mobbing ist oftmals schwerwiegend, da die Anonymität den kindlichen Tätern ein Gefühl von Sicherheit verschafft, da sie vermeintlich nicht bestraft werden können. Doch diese Anonymität trügt, da die Polizei solchen Verbrechen im Internet bereits nachgeht und die Verantwortlichen trotz falschen Angaben im Internet auffinden kann.

Smartphones sind heutzutage zu Statussymbolen geworden. Deshalb werden sie immer teurer. Selbst Einsteiger-Smartphones liegen bereits bei 200€. Daher sollte man sich gut überlegen, ob ein Grundschüler den Wert eines Smartphones überhaupt wertschätzen kann und achtsam mit den Smartphone umgeht oder ob dadurch nicht bereits in frühem Alter ein überzogenes Anspruchsdenken in Bezug auf Statussymbole erzeugt wird.

Zudem konnten Forscher beweisen, dass es einen Zusammenhang zwischen der Benutzung eines Smartphones und Entwicklungsschäden bei Kindern unter 14 Jahren gibt. Die Blikk-Medien-Studie 2017 zeigt, dass die Risiken der intensiven digitalen Mediennutzung von Fütter- und Einschlafstörungen bei Babys über Sprachentwicklungsstörungen bei Kleinkindern bis hin zu Konzentrationsstörungen im Grundschulalter führen kann. Diese Auffälligkeiten treten bei Kindern proportional zum Medienkonsum auf. Das heißt: je mehr Medien ein Kind konsumiert, desto stärker sind diese Auffälligkeiten zu beobachten. Diese Erscheinungen lassen Forscher bereits von einer Sucht reden, die ihrer Meinung nach vom Staat erkannt und bekämpft werden muss. Marlene Mortler, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, die diese Studie vorgestellt hat, ist folgender Meinung:

„Kleinkinder brauchen kein Smartphone. Sie müssen erst einmal lernen, mit beiden Beinen sicher im realen Leben zu stehen.“

Das bedeutet, dass Eltern sich frühzeitig über den Umgang ihrer Kinder mit Medien informieren und sich für einen verantwortungsvollen Weg entscheiden müssen.  Rainer Riedel, Studienleiter und Direktor des Instituts für Medizinökonomie der Fachhochschule Köln, hat sich zu dem frühzeitigen Üben des Umgangs mit Medien folgendermaßen geäußert:

„Es muss gelingen, das Digitale so ins Analoge zu integrieren, dass digitale Anwendungen genutzt werden, ohne dass mögliche Schäden entstehen können.“

Er ist der Meinung, dass Kinder und Jugendliche lernen müssen, wie sie die Vorteile der digitalen Medien nutzen können, ohne dabei die Erlebnisse mit Freunden und Familie im Alltag zu vernachlässigen.

Ich bin der Meinung, dass man seinem Kind kein Smartphone anschaffen sollte, bis es zumindest in der weiterführenden Schule angekommen ist. Das Smartphone ist in der Grundschule noch eine zu große Ablenkung und bringt Kinder viel zu früh in Berührung mit Inhalten, die nicht kindgerecht sind. Zudem bin ich der Meinung, dass Kinder ihre Zeit lieber draußen mit Spielen oder einer Sportart verbringen sollen. Das fördert die Gesundheit und Freundschaften im Gegensatz zum Konsum von Medien für sich alleine.

Welcher Meinung bist du zu diesem Thema? Lass es mich in den Kommentaren wissen!

Bis bald
Deine Bananenkanone 🙂


Quellen:

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s